GZSZ: Seit 20 Jahren gute Zeiten

GZSZ: Seit 20 Jahren gute Zeiten

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Die RTL-Soap “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” (‘GZSZ’) feiert die 5.000. Folge: Im Mai hat die Ur-Mutter der deutschen Daily Soaps doppeltes Jubiläum: Am 11. ist 20. Geburtstag, am 23. läuft die 5.000. Episode.

Die Teenager, die in den 90-ern Poster von Jan Sosniok aufhängten, CDs von Andreas Elsholz kauften und sich abends in die “GZSZ”-Bettwäsche kuschelten, sind inzwischen über 30. Doch wenn sie abends um 19.40 Uhr RTL anschalten, empfängt sie wie damals die Titelmelodie von “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”.

Nach mittlerweile 20 Jahren und bald 5.000 Folgen beschert die Daily Soap dem Sender immer noch traumhafte Quoten und bleibt die unangefochtene Nummer eins unter den täglichen Vorabendserien. Grund genug, die Jubiläumswoche vom 21. bis 25. Mai mit einer großen Party zu feiern. Als Gäste mit dabei sind Aura Dione, Silbermond, Mia und Unheilig – alles gibt’s natürlich, wie immer, ab 19.40 Uhr bei RTL.

Eigentlich hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten alles geändert, Darsteller kamen und gingen. Nur Wolfgang Bahro als Anwalt Jo Gerner und mit Unterbrechungen Daniel Fehlow, der seit 16 Jahren Leon Moreno spielt, halten “GZSZ” seit den 90er-Jahren die Treue. Statt um Coming-Outs drehen sich die Geschichten um die Probleme von Paaren aus verschiedenen Kulturkreisen. Und diese spielen statt im fiktiven Niemandsland inzwischen ganz offen am Kiez in Berlin.

Aber andererseits bleibt in der Erfolgssoap doch irgendwie immer alles beim Alten: Es geht um Liebe, Freundschaft, Herzschmerz und Erwachsenwerden, daneben wird das aufgegriffen, was die Gesellschaft gerade bewegt – von Jugendgewalt bis Schweinegrippe. “‘GZSZ'”, findet Schauspieler Jörn Schlönvoigt, “ist mehr als eine Serie: Geschichten aus dem Leben, die dich fesseln und nicht mehr loslassen”.

Die Mischung aus Aktualität und zeitlosen Themen kommt beim Publikum gut an. 2011 schalteten im Schnitt 3,75 Millionen Zuschauer ein, in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer erreichte die Serie einen Marktanteil von 22,6 Prozent. Als Susan Sideropoulos im August 2011 den Serientod starb, war über ein Viertel der jungen Zuschauer mit dabei. Während die Konkurrenz von SAT.1 “Anna und die Liebe” wegen schlechter Quoten erst zum Schwestersender sixx verbannte und schließlich ganz aus dem Programm nahm und die ARD “Marienhof” nach 18 Jahren einstellte, hat man bei RTL keinen Grund zur Klage: Zu “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” schalteten 2011 sogar wieder mehr Zuschauer ein als in den beiden Vorjahren.

Damit das Publikum täglich 24 Minuten “GZSZ” zu sehen bekommt, wird in den Studios in Potsdam-Babelsberg im Akkord produziert. Nur sechs Wochen liegen zwischen Dreh und Ausstrahlung, viel Zeit bleibt da nicht für die einzelnen Szenen. Die etwa 20 Hauptdarsteller sowie Nebendarsteller und Komparsen müssen dafür sorgen, dass alles schnell im Kasten ist. Rund 150-mal pro Tag heißt es: “Achtung, und bitte!”

Im Studio entstehen die Szenen auf knapp 2.000 Quadratmetern, mindestens zwei Kameras sind ständig in Betrieb. Zur Dekoration gehören, laut Produktion, unter anderem: 71 Türen, 98 Stühle, zwölf Sofas und zwölf Betten. Auch die Garderobe ist umfangreich: 500 Schuhe, 120 Jeans und 780 T-Shirts stehen zur Verfügung, allein 2011 mussten 1.760 Hemden gebügelt werden. Viele Produkte, die in den Kulissen zu entdecken sind, werden eigens für die Serie erfunden und hergestellt.

Zu den Studiodrehs kommen die Außendrehtage: 2.500 an 2.000 verschiedenen Orten waren es in den 5.000 Folgen. Dabei ging es sogar bis nach Kapstadt. Das Außenset im Filmpark Babelsberg wurde 2006 mit einer Szene eingeweiht, in der Ministerpräsident Matthias Platzeck als Gaststar auftrat. Auch Klaus Wowereit und Gerhard Schröder ließen sich den “GZSZ”-Auftritt nicht nehmen, ebensowenig Thomas Gottschalk und Hape Kerkeling. Im Serien-Club “Mauerwerk” treten zusätzlich immer wieder bekannte Bands auf – jetzt zum Jubiläum unter anderem Silbermond, Unheilig und Aura Dione.

Außerdem soll die Jubiläumsfolge (23.05.) den Zuschauern einiges an Dramatik bieten, auch wenn diesmal nicht, wie zum 18. Geburtstag, gleich ganze Gebäude einstürzen werden: Zac (Jascha Rust) stellt das “Mauer Flower”-Festival auf die Beine, zu dem sich die beliebten Bands angekündigt haben. Dagegen wird es für Gerner (Wolfgang Bahro) dramatisch, als Katrin (Ulrike Frank) nachts im Wald eine Waffe auf ihn richtet. Und während John (Felix von Jascheroff) seiner Pia (Isabell Horn) von der Bühne aus einen Heiratsantrag macht, hat sie gerade festgestellt, dass sie sich in Leon (Daniel Fehlow) verliebt hat.

Längst besteht die “GZSZ”-Welt nicht nur aus der Serie: Fanartikel und Online-Angebote begleiten die Zuschauer durch den Alltag. Wer eine Folge verpasst hat, kann sie sich im Internet anschauen. Die eigene Webseite gzsz.de startete schon 2000, und bei Facebook hat die Serie inzwischen 900.000 Fans. Nicht zuletzt ist es wohl auch der schnellen Reaktion auf solche Trends zu verdanken, dass kontinuierlich so viele Zuschauer einschalten.

Dank der Mischung aus frischem Wind und bewährtem Konzept konnte “GZSZ” die meisten seiner Darsteller und Konkurrenten überdauern – und es spricht eigentlich nichts dagegen, dass es so weiterläuft. Wenn es nach Daniel Fehlow geht, stehen den Zuschauern jedenfalls noch jede Menge gute Zeiten bevor: Zum Dank für die Treue möchte er dem Publikum “gern 5.000 weitere Folgen in Aussicht stellen”.

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