Wenn man der Überlieferung Glauben schenkt, dann war der FKK-Strand einst des Ostens herzallerliebstes Revier. Man konnte sich da nackt tummeln – ganz so, wie Gott einen schuf.
Und vor allem ganz ohne Stasibehelligung oder Einbindung in die SED. Damit sei’s vorbei, behauptete 2009 die Komödie “Barfuß bis zum Hals”, in der Ost und West noch einmal komisch aufeinanderprallten. SAT.1 zeigt den Film, der mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet wurde, nun in einer Wiederholung (05.06., 20.15 Uhr).
Wenn der Edel-Wessi aus Bayern das Brandenburger FKK-Biotop von der Treuhand übernimmt, ist prolliger Spaß programmiert. In vielem sieht das allerdings auch aus, als sei hier die Zeit irgendwann stehen geblieben, oder vielmehr: als habe man das Rad der Geschichte nostalgiemäßig nochmals mit voller Kraft zurückgedreht.
Eigentlich wäre es ein schöner Vergleich gewesen – mit zweifellos vorhandenem Komik-Potenzial: Nackt / Ost gegen Nackt / West. So aber trifft nun der Verhemmteste aller Textilunternehmer aus dem Westen bei einem Übernahmebesuch auf die armen Nackt-Ossis, die nun verschreckt eilends in Hosen und Hemden klettern, um die Nudisten-Freiheit nicht zu verlieren.
Christoph M. Ohrt spielt den steifen Konservativling aus dem Westen ganz zauberhaft – sein Gesichtsaudruck, wenn er mit Köstlichkeiten wie gestrickten “Eierwärmern” konfrontiert wird, ist definitiv sehenswert. Die andere Hälfte des Klischees hält mit sicherer Hand Martin Brambach besetzt: Er gibt Helmut, einen Mann mit nostalgischem Freikörper-Gedankengut hinter der lichten Stirn. Er hat, wie man erfährt, nach der Wende seinen Job als Altenpfleger verloren und sucht nun als FKK-Herbergsvater in Freiheit eine letzte Überlebenschance.
Eine Ost-West-Nackedeifarce also, in die noch herzallerliebst eine Romeo-und-Julia-Geschichte hineingebastelt ist. Dem Nudistensohn Jakob (Constantin von Jascheroff) sind nämlich die väterlichen FKK-Umtriebe derart peinlich, dass er schon sehr bald bestens zum verwöhnten Töchterchen Natalie (Diane Willems) aus München passt …
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Endlich mal wieder ein deutscher Nackt-Film. Meiner Meinung nach der erste seit den 70er Jahren. Es gibt schwingende Penisse und wippende Brüste zu sehen. Für mich als Nudistenfan ein Leckerbissen, da ich mir gerne Nackte ansehe. Doch es gibt mal wieder eine kleine Ungerechtigkeit…schon alleine unter den Schauspielern (und anderen Produktionsmitarbeitern des Film), sowie den Zuschauern. Die Geschlechtsteile der Männer sind deutlich zu sehen. Aber die Geschlechtsteile der Frauen gar nicht. Mich hätte mal interessiert, wie Stefanie Höner untenrum aussieht….aber außer Haare ist nichts zu sehen. Dabei sollte gerade in der heutigen Zeit Intimrasur aus hygienischen und ästhetischen Gründen Standard sein. Aber sonst ein toller freier Film.
Der Wessi ist in diesem Film eher in die DDR 1950 gelandet. Aus dieser Zeit mögen Tapeten, Lichtschalter oder Kleidung der armen Ossis stammen. Wie in fast allen Filmen werden die Ostdeutschen falsch dargestellt. So primitiv haben wir einfach nicht gelebt.