Bambi 2011: Ein Reh für den Delfinschützer

Nachdem Richard O’Barry im letzten Jahr einen Oscar für den Dokumentar-Spielfilm “Die Bucht” erhielt, wird der 72-jährige am Donnerstagabend (10.11.) in Wiesbaden mit einem Bambi bedacht.

Bambi-Award | Bild: MDR /Hillert

Zehn Jahre seines Lebens trainierte O’Barry Delfine. Unter anderem auch für die Fernsehserie “Flipper”. Als der Flipper-Delfin Kathy nach Ende der Serie 1970 in seinen Armen starb, konvertierte der Delfintrainer zum weltbekanntesten Delfinschützer. O’Barry fühlt sich mitverantwortlich für die weltweit eröffneten Delfinarien nach der Fernsehserie. Für die Delfinarienbetreiber ein Millionengeschäft – für die Delfine eine lebenslange Gefangenschaft.

Spätestens seit dem spannenden Kinofilm “Die Bucht” veränderte sich das Bewusstsein vieler Zuschauer über Delfin-Gefangenschaften. Der Film zeigt die blutige Delfintreibjagd in Taji/Japan die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Die schönsten und stärksten von rund 20.000 jährlich zur Jagd freigegebenen Delfine in Japan landen weltweit in Delfinarien. Die Delfinarien-Delfine finanzieren praktisch die Delfinjagd, da der Stückpreis der antrainierten Tiere bis zu 150.000 Dollar beträgt.

In Deutschland unterstützt der bekannte Delfinschützer die beiden Tierschutz-Organisationen ProWal und das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF). Als Kuratoriumsmitglied des WDSF beteiligte sich O’Barry in den vergangenen Jahren an mehreren Aktionen und Vorträgen der deutschen Tierschützer.

Im Allwetterzoo Münster deckten die Delfinschützer Haltungsmängel auf, sodass das Delfinarium in 2012 schließen muss. Sie fordern, dass die beiden letzten Zoo-Delfinarien in Duisburg und Nürnberg ebenfalls geschlossen werden. Das WDSF reichte wegen vermutlich 60 vorzeitig verstorbener Delfine jetzt Verwaltungsgerichtsklage gegen den Zoo Duisburg ein. Seit Monaten tobt ein intensiver Streit zwischen ProWal/WDSF und dem Schweizer Vergnügungspark-Delfinarium Connyland, das sechs Delfintodesfälle in den letzten drei Jahren verzeichnete. In der Türkei deckten die Organisationen mit O’Barry Taiji-Delfinimporte auf und erreichten zwei Schließungen.

Der US-Amerikaner fühlt sich durch den Bambi sehr geehrt und hofft durch den Öffentlichkeitseffekt, dass in Deutschland und der Schweiz keine Besucher mehr Eintrittskarten für Delfinarien kaufen.

Mit dem Bambi, Deutschlands wichtigstem Medienpreis, werden Personen bedacht, die im Laufe des Jahres Außerordentliches geleistet haben, besonders berührten, die Herzen bewegten und geholfen haben. Die Bambi-Verleihung wird von der ARD ab 20.15 Uhr übertragen und geht diesmal in Wiesbaden über die Bühne.

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1 Kommentar zu “Bambi 2011: Ein Reh für den Delfinschützer”

  1. slides-only sagt:

    Dass O`Barry ein Reh für seinen Einsatz gegen das Delfinmorden in Taiji bekommt, ist voll okay. Dass er aber dieses Morden mit der Delfinhaltung in deutschen Zoos verquickt und zu deren Boykott aufruft, ist höchst verwerflich. Das nehme ich ihm übel.


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