Alexander Skarsgard: Blutsauger mit Bodenhaftung

Alexander Skarsgård spielt vielleicht einen blutrünstigen Vampir – in der Realität ähnelt er allerdings eher einem Zwei-Meter-Welpen. Eric Northman ist die coolste Sau der aktuellen Vampirwelle: Nie aus der Ruhe zu bringen, wird er höchstens einmal ungehalten, wenn das Blut seiner Opfer seine Frisur ruiniert.

Der blonde Hüne verdreht in der US-Serie “True Blood” (ab 16. März mittwochs, 22.05 Uhr, RTL II) der Heldin Sookie Stackhouse den Kopf – und häufig auch den weiblichen Zuschauern. Kaum zu glauben, dass Alexander Skarsgård derjenige sein soll, der den kühlen Bösewicht verkörpert: Der 34-Jährige erinnert im Interview eher an einen Zwei-Meter-Welpen als an einen fiesen Blutsauger.

Freundlich und sehr offen präsentiert sich der Schwede. Auf die vorsichtige Frage, ob es denn wahr sei, dass er sich eine Zeichnung seines kleinen Bruders habe eintätowieren lassen, lacht Skarsgård und krempelt sofort sein Hosenbein hoch: “Das stimmt! Hier. Er war sieben Jahre alt; es war an Weihnachten in unserem Landhaus nördlich von Stockholm. Er hat halt rumgekritzelt, wie Kinder das so tun. Ich machte ein Foto davon, brachte es in L.A. zu einem Tattoo-Studio und ließ es nachstechen.”

Skarsgård, der Älteste von sechs Geschwistern, ist ein echter Familienmensch. Nicht von ungefähr: Sein Vater Stellan ist ebenfalls ein bekannter Schauspieler (“Breaking the Waves”, “Mamma Mia!”) – und achtete trotz internationaler Engagements immer darauf, die Sippe zusammenzuhalten: Wo auch immer er drehte, er mietete nach Möglichkeit ein Haus, in dem die ganze Familie zusammenwohnen konnte. Das Künstlerleben hinterließ trotzdem Spuren: “Es war sehr laut, sehr verrückt, es gab viel Essen und viel Alkohol, aber es war auch sehr liebevoll”, so Skarsgård gegenüber dem britischen “Telegraph”. “Ich war durchaus ein Teil des Chaos’, aber ich hatte auch mein eigenes Zimmer, und als ich vier oder fünf war, organisierte ich darin regelmäßig meine Autos und meine Actionfiguren. Ich glaube, ich brauchte ein bisschen Struktur, weil der Rest des Apartments so chaotisch war.”

Noch heute mag es Skarsgård lieber ruhig: Zu seinen Hobbys zählt er Wandern, Laufen, Bootstouren und Lesen – den wilden Partylöwen lässt er zumindest öffentlich nicht raushängen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – hat er es geschafft, eines der begehrtesten Societygirls Hollywoods für sich zu begeistern: Kate Bosworth (“Blue Crush”) taucht regelmäßig an seiner Seite auf. Kennengelernt haben sich die beiden bei den Dreharbeiten zum Kinofilm “Straw Dogs”, dem Remake eines Thrillers aus den 70er-Jahren, das voraussichtlich im November in den deutschen Kinos startet.

Auf Skarsgårds Gesicht auf der großen Leinwand kann man sich jetzt öfter freuen: Er wird im Mai 2012 auch in dem Actionkracher “Battleship” zu sehen sein – an der Seite von Rihanna. Die zeigte sich schon während der Dreharbeiten begeistert: “Er ist wirklich cool, einfach entspannt. Er ist nicht sehr gesprächig, aber er ist ein wirklich cooler Typ und das zu jedem – nicht nur zum Cast.”

Trotz seines Erfolgs hat sich der Schwede nicht allein Hollywood verschrieben: So stand er 2009 gemeinsam mit seinem Bruder Gustaf für die schwedische Indiekomödie “Puss” vor der Kamera, anschließend arbeitete er mit Lars von Trier an dessen neuem Film “Melancholia” (Starttermin steht noch nicht fest). “Es gibt überhaupt keinen Grund, sich für das eine oder das andere zu entscheiden. Ich möchte mit Filmemachern arbeiten, die ich bewundere. Und ich will mit Drehbüchern und Charakteren arbeiten, zu denen ich eine Verbindung aufbauen kann”, erklärt er im Interview.

Zum Glück ist Skarsgård äußerst umgänglich (selbst der anerkannt biestige Lars von Trier ist für ihn “ein Teddybär”, wie er schmunzelnd erzählt). Deshalb kann er offenbar zu praktisch jedem eine Verbindung aufbauen: Zu dem uralten Wikingervampir Eric aus “True Blood”, zu dem Vergewaltiger Charlie in “Straw Dogs” – und sogar zum Mumin. Den sprach er kürzlich im Kindertrickfilm “Moomins and the Comet Chase”.

Im deutschen Free-TV läuft “True Blood” ab 16. März immer mittwochs, um 22.05 Uhr, auf RTL II. Der Pay-TV-Sender Syfy zeigt ab 28. März bereits die Staffeln zwei und drei: In Doppelfolgen, immer montags bis donnerstags, 21.50 Uhr.

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